Bremerhaven und Helgoland (2)

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Am Sonntag (3.5.) blieben wir in Bremerhaven und schauten uns in der Stadt um, als Erstes hatte die Gruppe dabei eine Hafenrundfahrt aufs Programm gesetzt.

Hafenrundfahrten kann man in Bremerhaven einige machen, die meisten dauern eine Stunde und bleiben in den inneren Häfen (alter/neuer Hafen, Kaiserhafen usw.) und werden mit eher kleineren Böötchen (Barkassen) durchgeführt. Daneben gibt es die „Dicke Pötte Tour“, die auf die Weser hinausführt zu den Container Terminals und den davor liegenden großen Frachtschiffen, den „dicken Pötten“ eben. Diese Tour wollten wir mitmachen, und die findet nicht so häufig statt, an Sonntagen immerhin zweimal; die erste Tour startet dabei um 11 Uhr morgens.

Eingesetzt wird dann auch ein etwas größeres Schiff, die MS Geestemünde von 1975. Wir sind rechtzeitig da und langweilen uns am Kai, bis wir an Bord dürfen
Durch den Neuen Hafen geht es einige Hundert Meter zur Schleuse und dann auf die Weser. Dies ist das stadtseitige Ufer des Neuen Hafens mit der „Schulschiff Deutschland“ vor den im Rahmen der Realiserung des „Havenwelten“ Projekts errichteten neuen Gebäuden
Im neuen Hafen liegt auch die 1939 gebaute Rau IX, dies ist ein Walfangschiff und gehört zum deutschen Schiffahrtsmuseum
Die geöffnete Schleuse, rechts der Simon-Loschen-Leuchtturm
Der Leuchtturm wurde 1853 von Simon Loschen erbaut, es ist der älteste Festland-Leuchtturm an der Nordseeküste und ist noch heute in Betrieb
Direkt ausserhalb der Schleuse kommt dann die Schlepperpier
Weiter gehts zum nächsten Leuchtturm, dem „Pingelturm” an der Kaiserschleuse. Das 15 m hohe Bauwerk stammt aus dem Jahre 1900

Und dann kommen wir zu den Containerterminals und den dort liegenden dicken Pötten:

Es geht es noch etwas nach Norden
Die Wesermündung
Auf den Sandbänken liegen die Seehunde. Nachdem wir diese auch bewundert haben, geht es zurück

Zwei Schiffe, die uns auf der Rückfahrt begegnen:

Die „Verandering Bremen“ ist ein Plattbodensegler, sie wurde 1898 in Raamsdonkveer (Niederlande) gebaut. Seit 2001 betreibt die Bremische Evangelische Kirche das Schiff.
Die WRE 3 „Falke“ ist ein in Wremen (nördlich Bremerhaven) beheimateter Fischkutter, der 1982 in DIenst gestellt wurde

Nach der Rückkehr und nachdem wir wieder an Land sind, kommt die Idee auf, die Aussichtsplattform auf dem nahen Atlantic Hotel zu besuchen. Gesagt, getan:

Das Atlantic Hotel Sail City ragt vor uns auf. Es entstand in den Jahren 2006 bis 2008, die Turmspitze ist 147 Meter hoch. Das Hotel selber befindet sich in den in den unteren 8 Etagen, darüber befinden sich Büro- und Praxisflächen. Die Aussichtsplattform befindet sich in der 20. Etage in 77 Metern Höhe.
Von der Aussichtsplattform in der 20. Etage gelangt man über Treppen noch zu einer zweiten, 86 Meter hoch gelegenen Plattform. Auf der stehe ich hier und blicke nach Süden
Dies ist der Blick nach Süden: Vorne die Kuppel des zu den Havenwelten gehörenden Einkaufszentrums (seit 2020 heisst es „Mein Outlet & Shopping-Center“), dahinter der zwischen 1962 und 1965 erbaute Richtfunkturm, zum Horizont hin sieht man die Becken des Fischereihafen
Nach Osten: Die „Glasröhrenbrücke“ zum Columbus Center, dessen Hauptabschnitt 1978 eingeweiht wurde, dahinter der Turm der Bürgermeister-Smidt-Gedächtnis Kirche, dann kommt die Geeste und im Hintergrund grünt die norddeutsche Tiefebene.
Und zum Schluß noch der Blick nach Norden Richtung Kaiserhafen und Container Terminals

Danach kam die Idee auf, sich das „Schaufenster Fischereihafen“ anzuschauen. Das ist eine weitere touristische Ecke, und zwar in den Fischereihäfen am Ende des Hafenbeckens I. In der ehemaligen Packhalle IV aus dem Jahre 1907 finden sich nun jede Menge Restaurants und Souvenirshops. Begonnen wurde der Umbau ab dem Jahr 1990. Gegenüber gibt es den Fischbahnhof, eine Eventlocation, für die die Stahlkonstruktion des ab 1914 erbauten ehemaligen Fischversandbahnhofs hierhin transportiert und neu aufgebaut wurde.

Transporttechnisch fuhr die Hälfte der Gruppe mit dem Auto, die andere Hälfte ging zu Fuß und wir landeten dann zu einer Pause im nächstbesten Restaurant im Fischereihafen, das gar nicht schlecht war. Nach der Pause sind wir den ganzen Platz abgelaufen und haben uns die anderen Shops und Restaurants angesehen. Stephan und ich haben uns noch ein wenig Kultur angetan und im Fischbahnhof die „360° Multivisionen“ angeschaut. Das sind zwei an alle Wände (also rundum) eines Saales projizierte Videos, zum einen über Fischerei und die Geschichte des Fischereihafens, zum anderen über die Unterwasserwelt der Ozeane. So richtig überwältigend fanden wir dies allerdings nicht.

Den Rest der Gruppe fanden wir danach im Restaurant wieder, wo sie nach dem Bummel gleich die nächste Pause eingeläutet hatten, und der Einfachheit halber sind wir auch zum Abendessen da geblieben.

Noch ein paar Fotos, zunächst mal Hein Mück, eine Symbol- und Werbefigur für Bremerhaven. Ob es diese Person wirklich gab ist fraglich, bekannt wurde sie mit dem 1930 erschienenen Schlager „Hein Mück aus Bremerhaven“ (Text: Charles Amberg, Musik: Willy Engel-Berger), der u.a. von Hans Albers und Lale Andersen gesungen wurde.

 Statuen von Hein Mück finden sich in Bremerhaven vielfach. Diese steht vor einem der Shops am Fischereihafen

Und nun zwei Fotos des Platzes mit der ehemaligen Packhalle und den Restaurants darin bzw. davor:

Für den Weg nach Hause war es für die Hälfte der Gruppe recht einfach, sie konnten mit dem Auto fahren, der Rest musste die Bushaltestelle suchen und das Deutschlandticket nutzen, um zum Hotel zurückzukommen.


Montag (4.5.) war dann der letzte Tag der Reise und der Weg zurück nach Köln stand an. Vorher sollte es aber noch ein bisschen Nordseeküste geben, der Vorschlag, nach Fedderwardersiel zu fahren, war aufgekommen und angenommen worden.

Fedderwardersiel ist ein kleines Örtchen in Butjadingen. Butjadingen nennt man den nördlichen Teil der Halbinsel zwischen Jade und Weser, die Gegend ist eher abgelegen und dünn besiedelt.

Um dahin zu kommen, muss man von Bremerhaven aus über die Weser und das geht dort nur mit der Fähre nach Nordenham. Nach dem Check Out geht es zum Fähranleger und wir setzen über:

Unser schönes neues Auto in der ersten Reihe auf der Fähre
Von der Fähre aus noch ein Rückblick auf die Havenwelten in Bremerhaven
In de Gesamtansicht des Ufers dominiert das aus den 70er Jahren stammende Columbus Center mit seinen drei Hochhäusern.

Fedderwardersiel ist nun recht klein, aber aufgrund irgendwelcher Bauarbeiten herrscht in der Hafenstrasse ziemliches Chaos und wir müssen auf dem riesigen Parkplatz vor dem Ort parken, gegen gutes Geld natürlich.

Am Deichdurchlass zum Hafen steht dieser Mast als Blickfang

Im Großen und Ganzen besteht unser Aufenthalt daraus, vom Parkplatz zum Hafen und dort die Hafenstraße einmal auf und ab zu laufen. Am Deichdurchlass ist de Verkauf der Butjadinger Fischereigenossenschaft mit Imbissbude, und damit steht einem Fischbrötchenimbiss zum Abschluss des Aufenthalts nichts im Weg:

Ein paar Fotos:

Die Boje auf der gegenüberliegenden Seite des Siels

Die Sielmündung und dahinter die Weser:

Die Hafenstraße
Ein in Fedderwardersiel beheimateter Fischkutter

Lang war der Aufenthalt also nicht. Dann ging es noch weiter, quer über die Butjadinger Halbinsel nach Eckwarderhörne. Das liegt genau am Ende des Jadebusens, dort mündet die Jade in die Nordsee. Gegenüber liegt Wilhelmshaven. Hier waren wir 2012 während unseres Aufenthaltes in Neuharlingersiel schon mal vorbeigekommen und ich wollte noch mal kurz vorbei. Die Luft war allerdings raus bei de Gruppe, alle wollten nach Hause, und so wurde es ein sehr kurzer Aufenthalt. Immerhin, bis zum Ende des Wellenbrechers bin ich gekommen.

Hier steht der Turm des Oberfeuer Preußeneck, 1962 erbaut, 2012 außer Betrieb genommen. Ich wollte ein besseres Foto wie bei meinem letzten Aufenthalt machen, das klappte wegen der Kürze des Aufenthaltes nicht
Rückblick vom Wellenbrecher auf den Deich und den Leuchtturm
Blick nach gegenüber – WIlhelmshaven. Sichtbar sind Kohlekraftwerke und Umschlaganlage

Damit geht die Tour zu Ende, wir verabschieden uns und es geht zurück nach Köln. Wir müssen unseren Wagen zwischendurch einmal Laden, das erledigen wir bei Osnabrück.

Die Ladeanlage dort ist top. Nicht nur hat EnBw ein Dach über die Ladesäulen gebaut, daneben ist auch eine Pralinen-Manufaktur mit Café
Und dann bricht die letzte Etappe an. Hier sind es noch ca. 150 Kilometer bis nach Hause, die wir gut überwinden