Ich hatte beim letztjährigen Urlaub ja schon erwähnt, das der Tessinaufenthalt auf der ursprünglichen Idee, am Comer See Urlaub zu machen, basierte. Nicht mal zu einem Tagesausflug nach Como hatte es allerdings gereicht. Heute wird das korrigier und wir fahren nach Como. Von Locarno nach Italien zu kommen, ist recht einfach. Einmal die Stunde fährt ein „RE80“ Eilzug ab Locarno in knapp 2 Stunden nach Mailand und kommt auf dem Weg auch durch Como. Wir sind recht früh mit dem Frühstück fertig und wollen nicht warten, daher nehmen wir den nächstbesten Zug, der endet allerdings in Chiasso. Dort gibt es Anschluss nach Como.
In Chiasso kaufen wir erstmal Tickets für die Weiterfahrt Fahrt nach Como, denn das Ticino-Ticket gilt dort nicht mehr. 1,50 Euro kostet es pro Person. Dann gehen wir zum Gleis 11, wo der Zug bereits steht und erleben einen kleinen Kulturschock. Was wir da sehen erwarten wir eher in Neapel. „Uralte“ Personenwagen, ohne Klimaanlage, dafür mit offenen Übersetzfenstern und Plumpsklo, über und über mit Graffiti beschmiert, warten auf uns. Wie Google nach längerer Suche herausrückt, handelt es sich um Wagen vom Typ MDVC, gebaut in den 80er Jahren.
Immerhin, pünktlich rumpelt die Fuhre los und nach nicht mal 10 Minuten ist die Fahrt auch schon wieder zu Ende, wir sind in Como San Giovanni und steigen aus. Irgendwoher ist ein anderer Zug mit vielen Touristen fast gleichzeitig angekommen, in einer riesigen Menschenmenge wandern wir vom Bahnhof in Richtung Stadt. Im Prinzip geht es immer geradeaus, so kommen wir zur Piazza Allesandro Volta, einem der zentralen Plätze in der Stadt.
Wenige Schritte nach links, und wir kommen zum Ufer des Comer Sees, es ist jetzt so ungefähr 12:00 Uhr. Hier ist auch die Anlegestelle für die auf dem See verkehrenden Schiffe. Das Ganze ist jetzt recht italienisch, ziemlich unübersichtlich und chaotisch. Baustellen und Absperrungen sorgen für zusätzliche Verwirrung. Am Anleger liegt ein großes Schiff, das wohl in Kürze ablegt, außerdem gibt es ein Gebäude mit Fahrkartenschaltern und davor eine riesige Schlange. Wir schaffen es, dies etwas zu sortieren. Das große Schiff soll um 12:00 Uhr ablegen und bis Bellano etwa in der Mitte des Sees fahren; die meisten Leute in der Schlange warten auf das Tragflügelboot, das danach um 12:15 Uhr fahren soll. Vor den eigentlichen Schaltern stehen nur wenige Leute. Im Fahrplan finden wir ein weiteres Schiff um 12:15 Uhr, das nur den nahen Teil des Sees bedient und um 14:45 Uhr wieder zurück sein soll. Eine Rundfahrt damit käme für uns in Frage. Leider ist die Schlange vor den Schaltern lang genug, um einen rechtzeitigen Ticketerwerb in Frage zu stellen. Wir beschäftigen uns daher mit dem Online Shop der Reederei, der auch nicht ganz ohne Fallen ist, schaffen es aber rechtzeitig ein Online-Ticket zu buchen. Um 12:10 Uhr geht es am Anleger 2 in ein kleines Böötchen und wenige Minuten später sind wir unterwegs.
Die Sitzposition ganz vorne im Bug zeigt recht schnell erste Nachteile, bei Wellengang kommt Spritzwasser über Bord und feuchtet uns ein wenig an. Wir halten durch, hier sind die Fotos von der Tour:
Nach der Rückkehr nach Como gibt es jetzt als erstes „Mittagspause“. Direkt am Ufer sieht alles recht touristisch und voll aus, wir landen in der Bar/Café Touring und bestellen uns eine Vorspeisenplatte für zwei Personen.
Danach machen wir dann noch einen Rundgang durch den Ort, zunächst zum Dom. Das sind auch nur wenige hundert Meter.
Wir gehen weiter und kommen dabei auch an der Rückseite der zweiten großen Kirche in Como, der Basilica San Fedele, vorbei. Um zum Eingang zu gelangen, müssen wir allerdings einen Umweg laufen. Die Via Vittorio Emanuele II gehen wir weiter bis zur Via Giovio.
Vorbei am Palazzo Giovio mit dem archäologischen Museum und dem im Palazzo Olginati untergebrachten Garibaldi Museum biegen wir auf die Via Giovio ein und dann gehen wir auf der Via Odescalci wieder zurück.
Kurz nach 17:00 Uhr sind wir wieder am Bahnhof und nehmen den Zug um 17:23 nach Locarno, wo wir um 18:35 Uhr ankommen. Da wir vom späten Mittagessen noch satt sind, gibt es kein Abendessen mehr. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse unseres Hotels und für den kleinen Hunger gibt es dort noch ein Sandwich.